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Hochzeitsfest |
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Für die Fahrt von der Kirche zum Festort hat es sich bewährt,
einen Bus für alle Gäste zu mieten. So stellt man sicher, daß alle gleichzeitig am Festort
eintreffen und auch mal einen heben können, ohne gleich den Führerschein zu gefährden.
Die Auswahl des Festortes ist von großer Bedeutung. Er muß genügend groß für die erwartete Anzahl an
Gästen sein und auch Platz zum Tanzen haben. Außerdem sollte man beizeiten abklären, bis wann gefeiert
werden darf und ob es stört, wenn es spät noch laut zugeht. Einen schönen Ort, wie zum Beispiel die
Rickmer Rickmers an der Überseebrücke im Hamburger Hafen muß man schon ein Jahr im
voraus bestellen. Keine Probleme gibt es, wenn die Eltern und das Brautpaar am selben Wohnort zuhause sind.
Ist das nicht der Fall, muß man abwägen, aus welchem Ort die meisten Gäste kommen und
wer die Organisation vor Ort, die man nicht unterschätzen sollte, übernehmen kann. Zum
Hochzeitsfest gehört als Erstes das Zerschlagen von Keramik, sofern kein Polterabend gefeiert wurde.
Danach kommt der Empfang der Gäste durch das Paar.
Danach wird das Hochzeitsessen serviert. Seit dem 16. Jahrhundert hat sich als typische Hochzeitssuppe eine klare Rindfleischbrühe mit Fleischklößen, Eierstich, Spargel und Gemüse etabliert. In eine süddeutsche Hochzeitssuppe gehören mindestens drei Einlagen: Flädle - in Streifen geschnittene Pfannkuchen - und zwei Klößchen. Als erstes gemeinsam genommenes Mahl besaß die Hochzeitssuppe auch rituelle Bedeutung. So aß das Brautpaar am Morgen des Hochzeitstages zusammen eine Brotsuppe, damit es, wie es im Badischen heißt, "allewil z´fride blibe". Wer in Thüringen zuerst den Löffel in die Weinsuppe taucht, hat das Sagen in der Ehe, heißt es. Agraisch geprägt war ein Ritus aus der Altmark in Sachsen-Anhalt: Das Brautpaar löffelte eine aus Viehfutter zubereitete Suppe, damit das Vieh gedeihe. Drei Körner Salz in der Brautsuppe sollen das Kindbettfieber verhindern. Eine Braut, die in Hessen nicht von der Weinsuppe probierte, bekam angeblich keine Kinder.
Jetzt ist auch die richtige Zeit für lustige Einlagen von Verwandten und Freunden. Darauf folgt der Eröffnungstanz des
Brautpaares, traditionell ein Wiener Walzer. Eventuell wird zwischendurch noch die Braut entführt. Um
Mitternacht wird die Hochzeitstorte serviert. Danach wird der Brautstrauß geworfen und der Brautschleier
durch die Gäste zerfetzt. Wenn das Brautpaar sich dann in sein Hochzeitsgemach zurückzieht, ist es
Sitte, ihm noch vor dem Erreichen des Raums einen Streich zu spielen. Das kann zum Beispiel das
Verbarrikadieren des Raums mit Marmeladengläsern sein, von denen nur eines den Schlüssel
für den Raum, eingehüllt in Marmelade, enthält.
Alexander schreibt von anderen Bräuchen in der Fränkischen Schweiz (Bayern):
"Bei uns gibt's die Torte zum Kaffee-Trinken und der Brautschleier wird
ausgetanzt, d.h. der Bräutigam muß der Braut den Schleier (incl. Haarnadeln)
mit verbundenen Augen abmachen. Für jede Nadel oder Kamm bekommt er von der
Braut einen Kuß. Die Lippen der Braut sind allerdings einmal mit Senf, mit
Marmelade usw. bestrichen. Ist der Schleier endlich ab, stellen sich alle
unverheirateten Männer um den Bräutigam im Kreis aus, und laufen zur Musik im
Uhrzeigersinn um den Bräutigam. Dieser wählt mit verbundenen Augen einen Mann
aus. Anschließend das gleiche Spielchen bei den Damen. Die zwei ausgewählten
Personen sind dann auch das nächste Hochzeitspaar. Sie bekommt den Schleier
ins Haar, und er zieht das Jacket des Bräutigams an. Beide tanzen dann noch
einen Hochzeitswalzer."

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